In der betrieblichen Bildung vollzieht sich derzeit ein Wandel. Das Bestreben der Unternehmen ist es, den gesamten Bereich der Aus- und Weiterbildung in den Unternehmen effizienter und effektiver zu gestalten als in der Vergangenheit. Mit der Neugestaltung dieses Unternehmensbereiches bleibt nicht aus, dass sich Aus- und Weiterbildung stärker verzahnen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Einer der wichtigsten Gründe ist es, die Auszubildenden schon während der Ausbildung besser auf ihre künftige Aufgabe im Unternehmen vorzubereiten. Viele externe Trainer arbeiten schon heute mit den Auszubildenden in den Unternehmen.
Doch das sind nicht die einzigen neuen Anforderungen, die für externe Trainer künftig stellen werden. In mittelständischen Unternehmen wird der externe Trainer mehr als Bildungsberater gefragt, der neue Weiterbildungskonzepte mitgestaltet, der sich mit Bildungscontrolling, Qualitätsmanagement und Bildungsmarketing genauso gut auskennt, wie mit den Themen Personalentwicklung Evaluation und Lern-begleitung. Um die Bildungsmaßnahmen selbst effizienter zu gestalten, muss sich jedoch hinsichtlich der Lerndidaktik vieles verändern. Ausbilder und Trainer sind keine Unterweiser mehr, die ihr Wissen an andere weitergeben wollen, es sind künftig Lernbegleiter, die nicht Wissen vermitteln, sondern gezielt Kompetenzen bei den Lernenden entwickeln.
Diese Philosophie liegt bei der Aufstiegsfortbildung zum Berufspädagogen/in (IHK) zugrunde. Die Fortbildung erfolgt sehr handlungsorientiert, nach den Prinzipien des lernenden Entdeckens. Jemand nur etwas gelernt, wenn er es am Ende selber tun kann. Die Aufstiegsfortbildung zum Berufspädagogen/in (IHK) ist, wie sich aus der vorgehenden Schilderung ergibt, sehr umfangreich und dauert in der Regel 1 bis 1,5 Jahre. Wichtig dabei ist, dass die Aufstiegsfortbildung mit einem anerkannten und gesetzlich geregelten Berufsabschluss, mit Abschlussprüfung vor der IHK endet.
Die Überlegung all derjenigen, die im betrieblichen Aus- und Weiterbildungsbereich tätig sind oder tätig werden möchten, und die sich weiterbilden möchten, muss deshalb sein, absolviere ich eine Trainerausbildung im klassischen Sinne oder ist es sinnvoller einen Abschluss als Berufspädagoge anzustreben?
Generell handelt es sich bei Trainerausbildungen um gesetzlich ungeregelte Ausbildungen, die nicht mit einer Abschlussprüfung enden, sondern mit einem Zertifikatstest. Das Zertifikat wird je nach dem, um welche Ausbildung es sich handelt, entweder vom Bildungsträger selbst oder einer Institution ausgestellt. Der Teilnehmer erzielt keinen Bildungsabschluss, wie das bei der Aufstiegsfortbildung zum Berufspädagogen der Fall ist. Es ist deshalb grundsätzlich falsch, wenn Anbieter von Trainerausbildungen den Eindruck erwecken, die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung. Bestenfalls, handelt es sich um gesetzlich ungeregelte Zertifikatstests. Das trifft auch dann zu, wenn es sich um eine Trainerausbildung IHK handelt.
Der Vorteil gesetzlich geregelten Aufstiegsfortbildungen besteht außerdem darin, dass diese nach AFBG gefördert werden, was bei klassischen Trainerausbildungen nicht der Fall ist. Bei erfolgreichem Abschluss beträgt die Förderung durch den Staat 48,5 % der Kurs- und Prüfungsgebühren. Den restlichen Betrag kann der Fortbildungsteilnehmer von der KFW als zins und tilgungsfreien Kredit für 3-4 Jahre erhalten. Natürlich muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass es zeitaufwendiger ist, den Berufspädagogen zu absolvieren, da diese Aufstiegs-fortbildung deutlich umfangreicher ist als eine Trainerausbildung.
Trainerzertifikate nehmen derzeit eine sehr inflationäre Entwicklung, weil sich immer mehr Angebote im Markt wiederfinden, bei denen nach einer sehr kurzen Ausbildung von wenigen Tagen, schon ein Zertifikat verliehen wird. Das wirkt sich abwertend auf alle Trainerausbildungen aus. Bei einer Aufstiegsfortbildung, wie Berufspädagoge (IHK) besteht diese Gefahr nicht, weil der Abschluss einheitlich geregelt ist.
Bei Trainer- und Coachausbildungen ist meist festzustellen, dass die Kurse tendenziell durch eine Richtung geprägt sind. Entweder Trainer oder Coach. Manche Angebote sogar sehr einseitig ausgerichtet, wie z.B. NLP Trainer oder Coach. Die Berufspädagogenausbildung basiert auf wissenschaftlich-pädagogischen Erkennt-nissen und befähigt dazu, gleichzeitig als Trainer, Coach und Lernbegleiter tätig zu
sein.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, die Fortbildung zum Berufspädagogen ist eine gesetzlich geregelte und umfassende Aufstiegsfortbildung, die das gesamte Spektrum der modernen Pädagogik im Aus- und Weiterbildungsbereich beinhaltet. Die Aufstiegsfortbildung ist förderfähig nach AFBG und vermittelt umfassend und handlungsorientiert, die Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen, die benötigt werden, um als Berater, Trainer, Coach und Lernbegleiter gebraucht werden.